33. Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
München Autobahn-Südring (A99 Süd)
Straßlach, 27. Februar 2004
Sehr geehrter Herr Bundesminister Stolpe,
sehr geehrter Herr Vorsitzender Oswald,
sehr geehrte Damen und Herren des Ausschusses für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen,
in o.g. Sitzung werden Sie über einen Autobahnring südlich um München (A99 Süd) beraten. Dieses Projekt wurde bereits in den 70er Jahren diskutiert, aber dann wieder zu den Akten gelegt. In einer Verkehrsuntersuchung wurden damals 5 Trassen vorgeschlagen (siehe Anlage). Gegen die vorgesehenen Autobahnschneisen durch den Forstenrieder Park, Grünwalder und Deisenhofener Forst regte sich jahrelanger Protest aus vielen Gemeinden des Münchner Südens. Im Jahre 1979 wurden deshalb die Planungen formell eingestellt.
Auch in der jetzigen Diskussion stehen die Gemeinden im Münchner Süden geschlossen gegen einen Autobahn-Südring. Dies wurde in verschiedenen Resolutionen manifestiert, welche die Gemeinderäte der unterschiedlichen Gemeinden verabschiedet haben.
Der Ringschluss im Münchener Süden ist vor allem deshalb umstritten , weil in wertvolle Natur- und Naherholungsgebiete wie das Würmtal, den Forstenrieder Park, das Isartal, Landschaftsschutz- und FFH-Gebiete eingegriffen wird. Nach den amtlichen Aussagen werden
- 6,3 ha FFH-Gebiet und 105,9 ha Landschaftschutzgebiet zerschnitten.
- 100,6 ha FFH-Gebiet und 2164,8 ha Landschaftschutzgebiet tangiert.
Die amtliche Kosten/Nutzen Analyse weist daher einen miserablen Faktor von 1,9 aus.
Ein Autobahn-Südring würde das größte Naherholungs- und Wassereinzugsgebiet der Landeshauptstadt München und der Region durchschneiden. Beiliegende Grafik gibt einen Einblick in diese Funktion. Wald- und Isar Erlebnispfade, Trimm-Dich Pfad und ein Klettergarten im Isartal sind u.a. beliebte Ziele. Das Isartal, Isar-Hochufer, der Forstenrieder Park, Grünwalder Forst und Deisenhofener Forst sind durchzogen von Fuß- und Fahrrad-Wanderwegen (Mosers Bikeguide ISBN 3-7688-1130-1 weist im Gebiet Isartal, Grünwalder und Deisenhofener Forst alleine 19 Touren aus), historischen Stätten (Römer- und Keltenschanzen, Schloß Grünwald, Kloster Schäftlarn, ...) und gemütlichen Gaststätten und Biergärten. Insbesondere die Gemeinden Grünwald und Straßlach-Dingharting betreiben in dem Gebiet ihre Wasser-Förderbrunnen. Ihre Wasserversorgung wäre durch eine Autobahn gefährdet. Der südliche Erholungsraum stellt daher eine Tabuzone dar, die unter allen Umständen unangetastet bleiben muss.
Die Entlastung des Autobahn-Ostrings um München wäre durch einen Autobahn-Südring minimal. Bei prognostizierten 76.000 Fahrten pro Tag entstünde aber noch mehr Verkehr, das Nadelöhr und die Problemzone nach dem Autobahnkreuz Süd würden aber nicht behoben.
Da die betroffenen Gemeinden einen Südring ablehnen, wird dieser kaum durchsetzbar sein. In der Gemeinde Straßlach-Dingharting entsteht z.B. auf der damals geplanten Trasse 5 ein Gewerbegebiet und der BUND Naturschutz hat ein Grundstück erworben, das direkt auf der Trasse 5 liegt und als Sperrgrundstück dienen wird. Der VBI, ein Zusammenschluss von 16 Bürgerinitiativen und Umweltverbänden hat bereits angekündigt gegen die drohende Zerstörung von FFH-Gebiet zu klagen.
Wir appellieren an die Damen und Herren Abgeordneten des Bundestages, die A99 Süd aus dem Bundesverkehrswegeplan herauszunehmen. Seien Sie vernünftiger als die Abgeordneten des Bayerischen Landtages. 920 Mio. Euro können effizienter eingesetzt werden.
In Vertretung vieler Bürger
| Elisabeth Thiel |
Rainer Statz |
Lotte Gießler |
| 1. Vorsitzende |
2. Vorsitzender |
Vorstandsmitglied |
| |
|
|
| Ursula Krieger |
|
Dr. Oliver Seth |
| Vorstandsmitglied |
|
Vorstandsmitglied |
|