Strasslach-Dingharting
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24. Juli 2007
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger !

Holzhausener werden zur Kasse gebeten

Oberflächlich betrachtet könnte das Schauspiel um die Kanalisierung Holzhausens als Fortsetzung des Dramas von vor 11 Jahren angesehen werden. Wie 1996 in ganz Straßlach und Dingharting kämpfen jetzt 2/3 der Bürger aus Holzhausen gegen die zwangsweise Kanalisierung in den Münchner Norden. Jedoch sind die Ausgangssituationen nicht vergleichbar:

Vor 11 Jahren war die gängige Meinung der Politiker, dass am besten jedes Gartenhaus an eine öffentliche Kanalisation  angeschlossen werden solle. Stimmen, die den ökologischen und ökonomischen Sinn dieser Bauten anzweifelten, waren einsame Rufer in der Wüste.

Damals nahm sich die Bürgerbewegung dieses Themas an. Wir initiierten eine sehr informative Ausstellung über die Möglichkeiten dezentraler Abwasserentsorgung, besprachen uns mit Fachleuten und versuchten eines der ersten Bürgerbegehren in Bayern.

Offenbar mit dem Segen des Landratsamtes wagte es der damalige Gemeinderat, den von den Kanalgegnern mit 2/3 Mehrheit gewonnenen Bürgerentscheid gegen die Kanalisierung nach München völlig zu ignorieren und durch überstürzten Baubeginn vollendete Tatsachen zu schaffen.

Inzwischen hat ein gewaltiges Umdenken stattgefunden:

  • Es wird anerkannt, dass durch Kleinkläranlagen eine ebenso saubere Klärung des Abwassers erreicht werden kann wie in einer Großkläranlage.
  • Es wird zugestanden, dass es ökonomischer Unsinn ist, weit entfernte Gemeindeteile zu kanalisieren.
  • Es wird den Gemeinden überlassen, welche Form der Abwasserentsorgung gewählt wird. Dabei hat die Gemeinde aber abzuwägen, welche Form kostengünstiger ist, um öffentliche Zuschüsse zu bekommen.

Hier beginnt nun das Trauerspiel Holzhausen:

1. Akt

In zwei Bürgerversammlungen wurden Vor- und Nachteile einer Kanalisierung diskutiert. Die anwesenden Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes beteuerten, dass kein Kanalisierungszwang bestehe und dass das Grundwasser, das den Brunnen in Holzhausen speist, auf keinen Fall gefährdet sei. Die anwesenden Gemeinderäte vertraten weitgehend die Meinung, die Herr Hurt in Worte fasste: „Die Bürger Holzhausens sollen entscheiden.“ Das haben die Bürger dann auch.

Mit 20:14 Stimmen votierten sie in  einer Umfrage gegen die Kanalisierung.

Nichtsdestotrotz entschieden sich die Gemeinderäte im Juli 2006 mit 8:4 für die Kanalisierung. Herr Hurt rechtfertigte sein Votum mit der Feststellung: „Es ist der Eindruck entstanden, die Meinung sei gekippt.“

2. Akt

Werkleiter Herr Bredendiek, der ein übermäßiges Interesse an der Durchführung der Kanalisation zeigt, beauftragte das Planungsbüro AB-WA-PLAN mit der Erstellung der Vergleichskostenanalyse, die für die Zuschussgewährung erforderlich ist. Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn nicht gerade diesem Planungsbüro vor Jahren vertraglich zugesichert worden wäre, dass es im Falle einer Kanalisierung den Planungsauftrag schon in der Tasche habe. Aus diesem Grund hatte AB-WA-PLAN schon unaufgefordert und angeblich kostenlos Planungen für die Kanalisierung Holzhausens erstellt, um ins Geschäft zu kommen.

Eine Firma, die einen lukrativen Kanalbau-Auftrag erwartet, ist kaum der richtige Gutachter, um objektiv einen Kostenvergleich zwischen Kanalisierung und Kleinkläranlagen zu erstellen.

Die zuerst vorgelegte Analyse strotzte denn auch von Fehlern. Die korrigierte Fassung weist immer noch Vorteile für die Kanalisation auf, ist aber an einigen Stellen sehr in Zweifel zu ziehen.

Vorläufig letzter Akt

Um Misstrauen ausschließen zu können, beantragte die Bürgerbewegung bereits 2006 vergeblich, einen unabhängigen Gutachter einzuschalten. Nun haben Holzhausener Bürger in einer schriftlich eingereichten, höflichen Eingabe um Überdenken des Kanalbeschlusses und um Einschaltung eines neutralen Planungsbüros gebeten. In der Sitzung vom 20.06.07 konnte eine Abordnung von Bürgern aus Holzhausen hautnah miterleben, mit welcher Ignoranz und Arroganz die unselige Mehrheit aus UWV, FW, SPD, CSU und BP die fundierte Bitte der Bürger unter Verunglimpfung der Anwesenden vom Tisch gewischt hat.

Die Kanalisierung soll vorangetrieben werden.

Fazit

Auf die Holzhausener Bürger kommen nicht nur die Kosten der Umlage für die öffentlich verlegte Leitung zu, sondern auch die unterschiedlich hohen, bei manchen Grundstücken aber erheblichen Hausanschlusskosten. Besonders bitter ist dies für die Hauseigentümer, die in den letzten Jahren Kleinkläranlagen installiert haben, die tadellos funktionieren.

Von den Abwassergebühren reden wir erst gar nicht.

Für alle Strasslach-Dinghartinger sind dann demnächst wieder die Straßensanierungen zu schultern. Gerade werden die weitgehend durch die damalige Kanalisierung mit verursachten Schäden im übrigen Gemeindegebiet in Ordnung gebracht.   

Elisabeth Thiel

Die Bürgerbewegung Straßlach-Dingharting kämpft weiter um die Respektierug des Willens der Bürger. Wir setzen uns weiter ein für sach- und fachkundige, objektive Entscheidungen ohne „Bedienermentalität“ für einige wenige.

 

Gemeinderat Roiderer erhält üppiges Geschenk

Das letzte unbebaute Grundstück im Zentrum von Straßlach an der Grünwalder Straße soll jetzt bebaut werden. Auf einem Teil des vorgesehenen Baugrundes steht jetzt noch ein Haus mit zwei Geschäften, das wird dann abgerissen und macht Platz für ein neues, großes Einkaufszentrum.

Leider gibt es für diesen zentralen Platz in der Ortsmitte von Straßlach keine planerischen Vorschläge oder Ideen, wie so ein neu zu schaffender Ortsmittelpunkt gestaltet sein könnte.

Ein Antrag der Bürgerbewegung, hier einen unabhängigen Planer oder einen kommunalen Planungsverband zu beteiligen, wurde von der Mehrheit der Gemeinderäte abgelehnt.

Nun planen der Grundstückseigentümer, Herr Gemeinderat Roiderer, und sein Architekt. Dieses Bauprojekt wird den Ortskern dominieren. Auf dem Grundstück soll ein möglichst großes Haus entstehen unter Ausnutzung aller baurechtlichen Möglichkeiten.

Nach dem Bebauungsplan ist eine Überbauung des Grundstücks (5,579 qm) zu 20% (GRZ 0,2) möglich. Das reicht aber dem Bauherrn nicht.

Er ließ sich vom Gemeinderat ein Sonderrecht genehmigen:

Er hat nun eine Überbaubarkeit von 30% (GRZ 0,3).

Die Mehrheit im Rat macht dem Gemeinderat Roiderer damit zum Ende der Legislaturperiode nochmal ein üppiges Geschenk, er kann nun dort ein beachtliches Bauwerk errichten mit einer Grundfläche von 1,680 qm mit 2 Vollgeschossen (8 Meter Höhe) und einem Dachgeschoss zusätzlich von 4,50 Höhe. Von der verbleibenden Grundstücksfläche wird dann noch einmal ein großer Teil für die Zufahrt zur Tiefgarage, für Nebenanlagen und für 27 oberirdische Parkplätze verbraucht.

Es würde also ein riesiger Baukomplex entstehen, jedenfalls riesig für unsere ländlich–dörfliche Situation: Ein Gebäude von 13 m  Höhe, das alle Nachbarhäuser um einige Meter überragt. Die Nachbarhäuser sind überwiegend 8 bis 9 Meter hoch. Der Bau würde wesentlich höher werden als das Rathaus und fast so hoch wie das Kirchenschiff der schräg gegenüber liegenden Dorfkirche.

Was könnte in dem Gebäude alles untergebracht werden?

Gemäß der Bauvoranfrage soll hauptsächlich ein Einkaufscenter mit Büros und Wohnungen entstehen; aber auch Betriebe wie Gastwirtschaft, Cafe und Beherbergungsunternehmen sind zulässig und denkbar.

In der Bauvoranfrage an die Gemeinde sind zwei getrennte Gebäudeteile konzipiert mit einem Lebensmittelmarkt und verschiedene Einzelhandelsgeschäften. Diese Aufteilung ist aber nur als eine Variante zu verstehen, eine solche Skizze ist im derzeitigen Planungsstadium völlig unverbindlich. Es kann schließlich ein großes einheitliches Gebäude entstehen mit einem großen Lebensmittel – Supermarkt und nur wenigen Einzelhandelsgeschäften.

Hier dürfen wir gespannt sein, welche attraktive Dorfmitte wir nun bekommen zwischen Kirche, Weiher, Rathaus und Sparkasse. Wird es mehr ruhig, dörflich, ländlich sein, ein Begegnungsplatz für die Bürger oder mehr unruhig, eng und umsatz- und gewinnorientiert?

Wenn es erst einmal geplant und genehmigt ist, dann ist es zu spät. Deshalb melden wir jetzt unsere Bedenken an. Verfolgen Sie die weitere Planung und sprechen Sie darüber mit dem Abgeordneten Ihres Vertrauens.

Unser Dorf soll schöner werden! Auch im Zentrum unseres Dorfes!

Hier hat der Grundstückseigentümer auch eine Verpflichtung gegenüber der Dorfgemeinschaft.

Wir sind der Meinung

  • das geplante Gebäude soll sich in der Größe (Grundfläche und Höhe)  bewusst in die vorhandene Bebauung und Umgebung harmonisch einpassen,
  • im Dorfmittelpunkt möchte man kleine und mittlere Betriebe und Geschäfte finden wie Cafe, Reinigung, Frisör, Spezialitäten und Delikatessen, aber keinen großen Supermarkt,

Ein Supermarkt mit vollem Sortiment und ausreichenden Parkplätzen gehört an den Dorfrand, wo sein Betrieb niemanden stört und wo er sich im Bedarfsfall ausdehnen kann.

Die Bürger haben sich vor 5 Jahren für ein Gewerbegebiet entschieden, das nun fertig und nutzbar ist; seit über 10 Jahren zahlt die Gemeinde Kreditzinsen für den Ankauf der erforderlichen Grundstücke.

Die Ansiedlung eines Supermarktes im Gewerbegebiet würde für die Gemeindefinanzen eine erhebliche Entlastung bedeuten und Kreditzinsen wieder in die Gemeindekasse zurück leiten. Einen Lebensmittel-Supermarkt im Gewerbegebiet hat der Gemeinderat mehrfach verhindert.

Vorstand der BB

Ein besinnliches Platzerl

Unter dem Motto: „Unser Dorf soll schöner werden“ hat die Gärtnerei Schluer  am südlichen Ortseingang von Straßlach einen wunderschönen Vorführteich mit Wasserpflanzen und Fischen – eingerahmt von blühenden Rabatten und Sträuchern – angelegt. Ein paar Bänke mit Sicht auf die ländliche Umgebung und die imposante Bergkette laden zum ausruhen und genießen ein. Sollte das Landratsamt zu der Entscheidung kommen, dass dafür eine Baugenehmigung nötig ist, wird diese natürlich beantragt.  Vielleicht lässt sich ja der eine oder andere Besucher dazu inspirieren, seinen Garten – ob groß oder klein – mit einem Teich verschönern. Ich hoffe, auch ein sehr kritischer Gemeinderat  kann sich darüber freuen.

Ursula Krieger

Impressum: Bürgerbewegung Straßlach-Dingharting, Postfach 1131, 82064 Straßlach,
Redaktion: Ursula Krieger. V.i.S.d.P.: Elisabeth Thiel; Email: elisabeth.thiel@bb-sd.de; Internet: www.bb-sd.de

Bankverbindung: Konto 939 900; Raiffeisenbank Isartal eG BLZ 701 695 43 - Spenden an die Bürgerbewegung Straßlach-Dingharting sind steuerlich abzugsfähig (§ 34 g EStG).